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Topic-icon Spielvorstellung "Monster Hunter World" (PS4)

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4 Monate 3 Wochen her #84



Monster Hunter World - GrĂ¶ĂŸer, Schöner, Besser?

SchĂ€rft die Morphaxt, poliert die Lanze und streichelt euer Kinsekt: Capcom blĂ€st dieses Mal exklusiv auf den großen Konsolen zur opulenten Monsterjagd!



In Japan ist Monster Hunter ein Gigant - eine Serie mit Verkaufszahlen auf einem Niveau, das sonst Serien wie Pokémon, Super Mario oder Dragon Quest vorbehalten ist. Und auch in Europa und den USA hat Monster Hunter tatsÀchlich eine gar nicht mehr so kleine und noch dazu enorm eingefleischte Fan-Gemeinde, ein MassenphÀnomen ist die Reihe aber noch nicht. Das könnte Capcom jetzt mit Monster Hunter - World Àndern.

Auf in die neue Welt!

"Aufbruch" ist das Motto des zunĂ€chst fĂŒr PS4 und Xbox One, spĂ€ter dann auch fĂŒr PC erscheinenden Monster Hunter - World. Mit einer großen Flotte segelt die fĂŒnfte Jagdkompanie, ein Truppe erfahrener JĂ€ger, der ihr auch angehört, ĂŒber den Ozean in eine neue Welt, wo andere JĂ€ger bereits einen BrĂŒckenkopf errichtet haben. Ziel ist nicht unbedingt die Besiedelung, hier geht es um Entdeckergeist.

Alle zehn Jahre ziehen die gigantischen DrachenĂ€ltesten in diese Welt, und die JĂ€ger wollen herausfinden, warum dem so ist. FĂŒr Monster Hunter ist das ĂŒberraschend viel Geschichte, wie auch Kollege Daniel in seiner Kolumne: "Monster Hunter World: Handlung - muss das sein?" durchaus anerkennend bemerkt. Und diese interessante, in gut vertontem Deutsch erzĂ€hlte Geschichte ist auch ein Faktor, der Monster Hunter - World ĂŒberraschend stark zum Vorteil gereicht: Eure Jagden sind nun in eine Handlung eingebettet, was direkt zu Beginn fĂŒr eine Extraladung Motivation sorgt.


Großschwert, Morphaxt, Insektengleve ...

Außerhalb des Lagers interagiert ihr in erster Linie mit 14 sehr unterschiedlichen, meist scharf geschliffenen Argumentiereisen mit der gefĂ€hrlichen Fauna. Die Wahl der Waffe hat dabei großen Einfluss auf das Spielerlebnis, bieten die zahlreichen Klingen, HĂ€mmer und Distanzwaffen doch hochgradig unterschiedliche Herangehensweisen. Jagdmesser oder Zwillingsklinge sind fĂŒr Einsteiger eine gute Wahl, erinnern sie doch mit hoher Angriffsfrequenz noch an klassische Actionspiele. [/color




Wer dagegen zum Großschwert greift und glaubt, die Klinge wie Kratos und Co. einhĂ€ndig herumwirbeln zu können, der schaut sich um: Ja, die Waffe ist durchschlagend, aber das Ausholen dauert eine gefĂŒhlte Ewigkeit und es gehört einiges an Können dazu, Treffer gezielt und effektiv zu platzieren. Und dann gibt es noch Lanzen, archaische Schusswaffen, die coole Morph-Axt und exotisches Handwerkszeug wie das Jagdhorn oder die Insektengleve, mit der ihr akrobatische Sprungmanöver ausfĂŒhrt und eurem Gegner einen dicken KĂ€fer auf den Pelz hetzt.

Keine Frage, eure AusrĂŒstung ist ein großer Faktor, der das JagdglĂŒck ebenso zu euren Gunsten wie zu euren Ungunsten beeinflussen kann. Wer in LederrĂŒstung mit der normalen Anfangswaffe dem großen Anjanath in den vorlerenen WĂ€ldern seinen Namen in die Klauen ritzen will, der darf schnell die Beine in die Hand nehmen. Wer hingegen die Element-Eigenschaften von RĂŒstung, Waffe und Beute beachtet, der hat gegen andere XXL-Kreaturen gleich viel bessere Chancen. Aber die AusrĂŒstung ist nur ein Faktor von vielen; da Monster Hunter seit jeder auf Charakterstufen verzichtet, hĂ€ngen Sieg oder Niederlage in erster Linie von eurem Können, eurer Aufmerksamkeit und dem korrekten "Lesen" eurer Widersacher ab.


Godzilla wird neidisch



Diese kommen in allen GrĂ¶ĂŸen, Formen und Farben daher und sind (neben euren katzenartigen Begleitern) die absoluten Stars des Spiels. Anjanath, Barroth, Kulu Yaku und Co. sind nicht einfach nur Beute und Feinde, sie sind Kreaturen, die sich in ihr Ökosystem einfĂŒgen, die nicht einfach nur stumpf warten bis ihr vorbeikommt, um euch dann einen Kampf zu liefern, sondern selbst umherstreifen, auf die Jagd gehen und sich sogar mit anderen Kreaturen heftige RevierkĂ€mpfe leisten. Die haben es dann in sich. Der Jyuratodus wickelt sich um den Barroth, der Rathalos hebt den riesigen Anjanath in die LĂŒfte und lĂ€sst ihn zu Boden krachen ... Wenn das passiert, dann haltet ihr lieber einen gewissen Sicherheitsabstand, um nicht zwischen die Fronten zu geraten.




Allen Kreaturen gemein ist aber neben der famosen Darstellung die NatĂŒrlichkeit ihrer Bewegung und ihres Verhaltens. Monster haben keine Lebensleiste, stattdessen solltet ihr Bewegungen und Verhalten beobachten: Nimmt ein Gegner hunmpelnd Reißaus, dann könnt ihr davon ausgehen, dass der Sieg nahe ist. Aber wer sich vorschnell in Sicherheit wiegt, dem kann das teuer zu stehen kommen. All eure Gegner haben verheerende Aktionen und Manöver, die sie gerade in der letzten Phase des Kampfes zum Einsatz bringen - zum GlĂŒck werden auch solche Angriffe durch Animationen und Verhalten angekĂŒndigt - behaltet eure Beute als stets im Blick!

FĂŒr Solisten und Teamspieler

Einen schwierigen Spagat muss Monster Hunter - World bei der Frage nach der Spielerzahl hinlegen. Seit der ersten Episode auf PlayStation 2 ist die Jagd im Viererteam das zentrale Element von Monster Hunter, je nach Episode wurden Solisten mal besser und mal schlechter versorgt. Nun, Monster Hunter - World ist von allen Episoden wohl die, mit der Mehrspieler-Muffel den meisten Spaß haben werden. Die nett erzĂ€hlte Geschichte motiviert und euer hilfreicher Begleiter, ein katzenartiger Palico, steht euch auf der Jagd zur Seite und sorgt mal fĂŒr Heilung wenn nötig, oder er lenkt den Gegner ab wĂ€hrend ihr schnell wieder eure Waffe schĂ€rft. Und natĂŒrlich sind die Kampfwerte eines Monsters fĂŒr Solisten entsprechend skaliert, so dass ihr euch nicht die Finger wundprĂŒgeln mĂŒsst.



Trotzdem muss man sagen: So richtig dreht Monster Hunter - World vor allem mit einer Gruppe gleichgesinnter auf. Ist man ein eingespieltes Team, dann flutscht die Jagd einfach nur so, Stunde um Stunde vergeht und Mission um Mission wir gemeistert - wenn nicht im ersten Anlauf, dann sicherlich im zweiten oder dritten. Da ihr jetzt ausschließlich online gemeinsam loszieht, geht das nun einfacher denn je. Aber trotzdem, der lokale Mehrspielermodus der VorgĂ€nger war schon immer etwas Besonderes, und gerade in Japan wird diese Option sicher der eine oder andere Spieler vermissen. Trotzdem: Seid ihr erst einmal mit ein paar Gleichgesinnten auf der Jagd, dann ist das schnell vergessen - außer, ihr wollt dem unvorsichtigen Mitstreiter, der sich zum dritten Mal vom Rathalos hat beißen lassen, eine Kopfnuss verpassen - Das geht eben doch nur im lokalen Modus.

Monströse Technik

Durch den Sprung auf die aktuelle Konsolengeneration hat Monster Hunter - World den lokalen Mehrspielermodus zwar verloren, dafĂŒr hat das Spiel gerade im Vergleich zur letzten 3DS-Episode Monster Hunter Generations dramatisch mehr technische Möglichkeiten hinzugewonnen, die Capcom auch redlich nutzt. Zum Beispiel HD-Grafik, die je nach Einstellung die hohe Auflösung der PS4 Pro nutzt, mehr Details zeigt oder die Bildrate erhöht. Zwar erreicht das Spiel nie die stets geschĂ€tzen 60 Bilder pro Sekunde, aber unter den drei Einstellungen sollte jeder Spieler etwas Passendens finden, und auch auf einer normalen PS4 lĂ€uft Monster Hunter - World ziemlich ordentlich.



Die wichtigste Nutzung der hinzugewonnenen Ressourcen sind aber die stark verminderten, teilweise sogar komplett entfernten Ladezeiten: Wo frĂŒhere Inkarnationen noch zwischen jedem Gebietswechsel Ladebildschirme einblendeten, da bewegt ihr euch nun frei in den umfangreichen Arealen, geladen wird nur zu Beginn des Spiels und vor einer Mission. Ein "Open World"-Spiel ist Monster Hunter - World jedoch nicht. Die Szenarien sind dennoch groß, detailliert und spannend gestaltet und fĂŒhlen sich dabei nie leer oder unnötig gestreckt an. Ein paar technische Altlasten der Serie trĂ€gt Monster Hunter - World aber trotzdem noch mit sich herum: Im Nahkampf kann es schonmal zu Clipping-Problemen kommen, und auch wenn ihr nach einem Sieg eure Beute ausnehmt verschwindet ihr mitunter komplett im Polygonkörper des gerade erlegten Schuppentiers.

Und dann ist da noch die Sache mit den Lootboxen. Kurz gesagt: Es gibt keine! Und das ist bei einem Spiel wie Monster Hunter, das doch tatsĂ€chlich von der Jagdbeute lebt, und das durch seine grundlegenden Mechaniken extrem an die Konsole fesselt, eine großartige Sache! Die Entwickler selbst haben erklĂ€rt, dass sie kein Interesse haben, die gelungene Balance des Spiels durch Mikrotransaktionen und kostenpflichtige GlĂŒcksspielelemente zu verderben und zu verwĂ€ssern, stattdessen sollen in den kommenden Monaten viele neue Monster kostenlos nachgereicht werden - alleine dafĂŒr schon gebĂŒhrt Capcom Applaus und Respekt.

Letzte Änderung: 4 Monate 3 Wochen her von Luna.

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